Montag, 21. August 2017
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Meine Story... oder: "Wie ich auf das Seifensieden kam"

Eigentlich mochte ich Seifen schon immer. Die Verpackung, der Duft.... Roger&Gallet zum Beispiel........ oh Sandelholz, oh Nelke!!! Diese schmucken Riegel aus den Flughafenshops mit all ihren kleinen Gästeseifen in den hübschen Verpackungen... Herzallerliebst!

Eines Abends aber begegnete mir ein Stückchen Seife, das andere Maßstäbe setzte. Es duftete blumig, sah äußerst unregelmäßig aus, und war TRANSPARENT!!! Der kleine Klotz enthielt allerlei Körnchen und Blüten, und war AUS LONDON.

Keine Chance, etwas ähnliches in Berlin zu kaufen. Ich klapperte alle erreichbaren Bodyshops und Biokosmetikläden ab. Meine Seifenbestände wuchsen, aber keine der Alternativen war auch nur annähernd so bezaubernd.

Durch einen Zufall erfuhr ich die Firma, und auch wo die Seifen in London angeboten werden, aber es nützte mir nichts. Ich kam nicht hin, weil ich eigentlich krank war und ziemlich manövrierunfähig. Mich packte der Groll.

Ich beschaffte mir ein Buch über die Herstellung von Seifen, begann, Zutaten und Geräte zusammenzutragen, aber die gewünschte transparente Glyzerinseife war im Winter 2000 - zur Zeit der BSE-Krise - nicht herzustellen weil kein Fleischer bereit war, Rindertalg zu verkaufen. So beschied ich mich mit dem Durchführbaren.

Mein erstes Rezept für eine kaltgerührte Pflanzenfettseife am 18.12.2000 bestand aus:

  • 200 Gramm Kokosfett
  • 200 Gramm gelbem Palmfett
  • 50 Gramm Kakaobutter
  • 30 Gramm Leinöl
  • 30 Gramm Rizinusöl
  • 81,35 Gramm Natriumhydoxid
  • 171 ml destilliertem Wasser
  • Überfettungsgrad 1
  • Mandarinenschale, Mandarinenöl und Benzoe

Wie aufregend! Es klappte auf Anhieb, ABER ich mußte vier bis sechs Wochen warten, um die Seife ausprobieren zu können. Da lag der Fehler. In diesen sechs Wochen entstanden bereits 15 Kilo Seife. Mich hatte der Virus gepackt.

Bis mitte Februar war ich spezialisiert auf Castilleseifen aus reinem Olivenöl. Dann waren alle meine kleinen blauen Champignonkisten gefüllt, und ich hatte die schöne Perspektive, mich bis zu meinem Ableben einseifen zu können. Meine Freunde und meine Familie ließ ich daran teilhaben. Weiter passierte erstmal nichts.

Aus unerfindlichen Gründen erlitt ich im Februar des folgenden Jahres einen schweren Rückfall. Es war noch Natronlauge im Haus, und meine Freundin wollte unbedingt eine riesige Luffascheibe, gefüllt mit Castilleseife. Meine letzte.

Von da an sprang ich zwischen dem jüngst eroberten Computer und der Seifenküche hin und her, rührte, packte, suchte, las, erkannte...... ging auf Straßenfeste, wo ich meine Seife zur Finanzierung unserer Bürgerinitiative verkaufte und mich freute, wenn die Leute die Sachen mochten. Außerdem war es interessant, zu beobachten, was sie sich wünschten. Ich hatte bereits einige Wiederverkäufer und hoffte es würden noch mehr.

Krank oder nicht... solange ich damit beschäftigt war, gings mir gut. Die Faszination hat bis heute angehalten und eröffnet auch immer wieder neue Facetten. Seife hat mein Leben eindeutig verbessert und noch besser wirds, wenn sie das auch mit dem Leben meiner Seifenfreunde tut.

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